INEOS begrüßt Untersuchung der Europäischen Kommission zu unfairen PVC-Importen und fordert dringende Reform der EU-Handelsschutzmaßnahmen
- Die Europäische Kommission hat eine Antidumpinguntersuchung zu PVC-Importen aus China, Taiwan, Mexiko und Südkorea eingeleitet, nachdem die Einfuhren innerhalb von nur zwölf Monaten um 100 Prozent gestiegen sind.
- PVC ist für die europäische Chemieindustrie und den Alltag unverzichtbar und findet unter anderem Anwendung in den Bereichen Trinkwasser und Abwasserentsorgung, Gesundheitswesen, Bauwesen, Lebensmittelverpackungen, Energieinfrastruktur und Verteidigung.
- INEOS hat bei der Europäischen Kommission 20 bedeutende Handelsschutzmaßnahmen in den Bereichen Polymere und Chemikalien eingereicht und ist dabei, weitere einzureichen. Dies entspricht einer Verdopplung der Anzahl seit November 2025.
- Chinas chemische Industrie, einschließlich der PVC-Produktion, ist auf Energie und Rohstoffe auf Kohlebasis angewiesen. Das bedeutet, dass die chinesische Produktion einen CO₂-Fußabdruck aufweisen kann, der mehr als viermal so hoch ist wie der einer vergleichbaren europäischen Produktion.
- INEOS fordert Schutzmaßnahmen zur Stärkung der EU-Chemieindustrie und verweist dabei auf die USA als Beispiel dafür, wie Zölle rasch und im großen Umfang eingesetzt werden können, um die heimische Industrie vor unfairen Importen zu schützen.
INEOS begrüßt heute die Entscheidung der Europäischen Kommission, eine Antidumpinguntersuchung bezüglich der Importe bestimmter PVC-Produkte aus China, Taiwan, Mexiko und Südkorea einzuleiten, fordert jedoch gleichzeitig eine dringende Reform des Ansatzes der EU im Bereich des Handelsschutzes.
PVC ist ein strategischer Werkstoff, der in wesentlichen Sektoren wie Trinkwasser und Abwasserentsorgung, Gesundheitswesen, Bauwesen, Lebensmittelverpackungen, Energieinfrastruktur und Verteidigung eingesetzt wird.
Die Untersuchung folgt auf einen Anstieg der PVC-Importe um 100 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten. Sie erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die europäische Chemieindustrie. 2025 wurden allein organische Chemikalien im Wert von 34,1 Milliarden Euro aus China importiert. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 stiegen die Chemieimporte aus China um 1,1 Millionen Tonnen, während sich die Handelsbilanz der EU im Chemiebereich um 1,2 Millionen Tonnen verschlechterte. China ist mittlerweile Europas größter Lieferant von Chemieimporten.
Dies hat zudem erhebliche Auswirkungen auf den CO₂-Ausstoß. Die Produktion der chinesischen Chemieindustrie, einschließlich PVC, ist im hohen Maße auf kohlebasierte Energie und Rohstoffe angewiesen. Die daraus resultierenden Produkte können einen CO₂-Fußabdruck aufweisen, der mehr als viermal so hoch ist wie der einer vergleichbaren europäischen Produktion. Die Schließung effizienter europäischer Werke, nur um deren Produktion durch CO₂-intensivere Importe zu ersetzen, führt lediglich zum Export von Arbeitsplätzen und Emissionen ins Ausland.
INEOS arbeitet zudem im Rahmen von Konsortien mit anderen EU-Herstellern daran, die chemische Industrie der EU zu schützen. Seit November 2025 hat das Unternehmen 20 umfangreiche Handelsschutzbeschwerden bezüglich anderer Polymere und Chemikalien bei der Europäischen Kommission eingereicht oder ist dabei, diese einzureichen – doppelt so viele wie zuvor. Diese beispiellosen Anstrengungen sind notwendig geworden, um die Produktionsstandorte zu verteidigen, die Beschäftigten und langfristigen Investitionen zu schützen sowie die Tausenden von Kunden, Zulieferern und Auftragnehmenden abzusichern, die auf eine starke europäische Chemieindustrie angewiesen sind.
Die USA haben gezeigt, wie Zölle und andere Handelsmaßnahmen schnell und in großem Umfang wirksam eingesetzt werden können, um die heimische Industrie vor unfairem Handel zu schützen. Das europäische System ist nach wie vor durch langwierige Verfahren, begrenzte Ressourcen und Vorschriften eingeschränkt. Diese können dazu führen, dass Hersteller jahrelang ungeschützt bleiben, bevor Maßnahmen in Kraft treten.
INEOS fordert eine Aufstockung der Ressourcen innerhalb der Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission, eine Vereinfachung der Fallvorbereitung, schnellere vorläufige Maßnahmen sowie die Anwendung von Schutzmaßnahmen zum Schutz der europäischen Chemie- und Kunststoffindustrie.
In einem kürzlich an Ursula von der Leyen gerichteten Schreiben erklärte Sir Jim Ratcliffe, Vorstandsvorsitzender von INEOS: „China baut in seiner gesamten chemischen Industrie Überkapazitäten auf, da es diese als entscheidenden Faktor für seine nationale Sicherheit anerkennt. Diese absichtlich geschaffenen Überkapazitäten werden zu Dumpingpreisen auf unseren europäischen Markt gebracht. Die Folge ist eine sich beschleunigende Schließungswelle in unserer chemischen Industrie. Europa muss vor unfairem Wettbewerb geschützt werden, schneller als im Schneckentempo. Europa muss damit beginnen, der Industrie jene Art von Unterstützung anzubieten, die unsere globalen Wettbewerber von ihren Regierungen erhalten.“
Die wachsende Zahl von Antidumpingverfahren zeigt, dass Europas Handelsschutzrahmen nun gestärkt werden muss, damit seine strategischen Industrien schnell, fair und wirksam vor unlauterem globalem Wettbewerb geschützt werden können.
Steve Dossett, CEO von INEOS Inovyn: „Handelsschutzmaßnahmen müssen mit der Geschwindigkeit der heutigen Marktverzerrungen vorangetrieben werden, nicht erst Jahre, nachdem der Schaden bereits entstanden ist. Europa wird zunehmend von importierten Chemikalien abhängig, während seine eigene Industrie um Wettbewerbsfähigkeit kämpft. Die Kommission hat einen wichtigen ersten Schritt unternommen und muss ihre Untersuchung zügig abschließen.“
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