Energieeinsparung mit CO2-Gebläse in Sauerstoffbetrieben
CO2 ist im Ethylenoxidprozess ein Nebenprodukt, das kontinuierlich aus dem Kreisgas entfernt wird. In der CO2-Abscheideanlage wird das CO2 in einer Kaliumcarbonatlösung absorbiert und das gereinigte Kreisgas in den Prozess zurückgeführt. Das absorbierte CO2 wird dann aus der CO2-reichen Carbonatlösung desorbiert, bevor es wiederverwendet werden kann. Dieser Desorptionsprozess erfordert Wärme in Form von Dampf.
Thermodynamisch wäre es vorteilhaft, diesen Schritt bei einem niedrigeren Druck durchzuführen, was die benötigte Dampfmenge reduzieren würde. Es ist jedoch ein bestimmter Druck erforderlich, um das CO2 zum standorteigenen Kraftwerk zur Abgasbehandlung zu schicken. Hier kommt das CO2-Gebläse ins Spiel: Das Gebläse kann diesen Druckunterschied überbrücken und führt zu Einsparungen von mehreren Tonnen Dampf pro Stunde.
Nach der ersten Präsentation des Projekts 2016 startete das Gebläse nach dem Anfahren der Ethylenoxidanlage im September 2024. Dank des Projekts sind die Dampfeinsparungen nun Realität. Bei den aktuellen Preisen und dem CO2-Fußabdruck kann somit eine Nettoeinsparung in Höhe eines siebenstelligen Betrags an Energiekosten sowie von etwa 5.000 Tonnen CO2 pro Jahr erzielt werden.