Temporäre wirtschaftliche Entspannung
Die außergewöhnliche weltwirtschaftliche Lage infolge der Sperrung der Straße von Hormus hat sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung von INEOS in Köln ausgewirkt. Bei der zweiten Betriebsversammlung des Jahres bewerteten der wiedergewählte Betriebsratsvorsitzende und Gastgeber der Veranstaltung, Marco Hucklenbroich, sowie Dr. Patrick Giefers, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor, die Situation und ihre Auswirkungen auf den Standort Köln.
„Durch die Unterbrechung der Seewege im Persischen Golf ist die weltweite Versorgung mit Rohstoffen für die Chemieindustrie – insbesondere aus Fernost – zusammengebrochen. Aufgrund der Verknappung konnten wir höhere Verkaufspreise für unsere Produkte erzielen. Dies trug zu einem deutlich verbesserten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im April und Mai bei“, sagt Dr. Giefers. „Sobald sich die Märkte jedoch wieder normalisieren, werden unsere strukturellen Nachteile wie hohe CO2-Kosten und hohe Energiepreise wieder voll zum Tragen kommen und unsere Ergebnisse belasten.“ Die wirtschaftliche Entlastung dürfte daher nur vorübergehend sein. „Dennoch zeigt diese positive Entwicklung die Fähigkeiten, das Fachwissen und das Engagement, über die wir als Team bei INEOS in Köln verfügen. Auch die Sicherheitsbilanz am Standort war in den ersten fünf Monaten des Jahres gut“, fügt Dr. Giefers hinzu.
Betriebsratsvorsitzender Marco Hucklenbroich dankte den Beschäftigten für das Vertrauen, das sie ihm bei den jüngsten Betriebsratswahlen entgegengebracht hätten: „Die Wahlbeteiligung von fast 66 Prozent stärkt uns als Gremium. Unterstützung und Kontinuität sind in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig, damit wir die Krise gemeinsam bewältigen können. Das bewährte Team, ergänzt durch neue Mitglieder, die frische Energie einbringen, ist hochmotiviert und bereit, unsere Arbeit fortzusetzen.“ Zusammen mit seinem Stellvertreter Leonhard Huckschlag und den freigestellten Mitgliedern Holger Trimborn, Marcus Fugmann und Jens Stotzem wird Marco Hucklenbroich das 19-köpfige Gremium, das die Belegschaft vertritt, in den nächsten vier Jahren leiten.
Er berichtet darüber hinaus, dass Betriebsrat und Geschäftsleitung in zahlreichen Gesprächen mit der Politik weiterhin die drastischen negativen Folgen struktureller Nachteile hervorheben: den Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und den Abbau von Arbeitsplätzen. Hier ist dringendes Handeln erforderlich, um die Zukunft der chemischen Industrie in Europa zu sichern.
Für Dr. Axel Göhrt, Geschäftsführer für Produktion und Technik, war dies seine letzte Betriebsversammlung. Er wird Ende Juni 2026 in den Ruhestand treten und die Leitung an seinen Nachfolger, Dr. Ralf Gesthuisen, übergeben. Er dankte allen Beschäftigten und dem Betriebsrat für die langjährige, tatkräftige und konstruktive Zusammenarbeit: „Das macht diesen Standort so besonders. Machen Sie weiter so!“