Luft/Boden/Pflanzen

Luftmessungen wurden von den Einsatzkräften während des Brandes und danach laufend durchgeführt. Die zuständigen Behörden haben unabhängige Institute mit der Erhebung und Analyse der Daten beauftragt.

Bei den Boden- und Pflanzenproben lag der Wert für Acrylnitril in sämtlichen Ergebnissen unterhalb der Nachweisgrenze. Die Messergebnisse finden Sie unter  http://www.lanuv.nrw.de/anlagen/pdf/Bewertung_Acrylnitrilimmission_Worringen_gesamt.pdf.

Die Details zu den Luftmessungen

 

In der Zeit vom 17. März 2008 ab 15.39 Uhr bis zum 19. März 2008 haben bis zu vier Messfahrzeuge des Chemieparks sowie der Berufsfeuerwehr Köln in Ausbreitungsrichtung an verschiedenen Standorten in Worringen und Roggendorf-Thenhoven kontinuierlich Luftmessungen vorgenommen. Die Messungen erfolgten auf Acrylnitril, Blausäure und Kohlenwasserstoffe.

Mit Ausnahme von drei Einzelmessungen (20 ppm um 4.05 Uhr Alte Straße/Hackhauser Weg/Further Weg; > 20 ppm um 4.44 Uhr Hackhauser Weg/Widdeshover Weg; 18 ppm um 15.45 Uhr am Parallelweg/Schadensort) waren keine bzw. lediglich geringfügig erhöhte Konzentrationen von Acrylnitril und Kohlenwasserstoffen in der Luft nachweisbar.

Die drei erhöhten Acrylnitril-Messwerte wurden

  • in unmittelbarer Nähe des Unfallorts gemessen; hier ist von einem erhöhten Messwert auszugehen. Die Zufahrt und die unmittelbare Umgebung waren jedoch nur den Einsatzkräften zugänglich.
  • zu jeweils unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Stellen in Köln-Worringen gemessen. Hier kann angesichts der großen Zahl der Messwerte nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den erhöhten Werten um Messfehler handelt, da alle übrigen Messwerte deutlich geringer waren.

Die Details zu den Boden- und Pflanzenuntersuchungen

 

Unmittelbar nach dem Ereignis hat INEOS an mehreren Stellen Boden- und Pflanzenproben genommen, die auf Rückstände von Acrylnitril untersucht wurden. In allen Proben lag der Wert für Acrylnitril unterhalb der Nachweisgrenze. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat ebenfalls je fünf Boden- und Pflanzenproben genommen und untersucht. Die Ergebnisse bestätigen die Untersuchungsergebnisse von INEOS.

Auch nach der Bewertung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und die Bezirksregierung Köln konnten im Umfeld des Chemiewerks keine Belastungen durch Acrylnitril in Boden und Pflanzen nachgewiesen werden. Auf Acrylnitril untersucht wurden insgesamt 15 Pflanzen- und 20 Bodenproben, die durch die Landwirtschaftskammer und ein unabhängiges Institut an 20 Standorten im Umfeld der Schadenstelle genommen wurden, insbesondere in den Abwindbereichen im Süden und Südosten (Worringen, Roggendorf und Chorweiler).

Die Proben wurden in der Mehrzahl am 26. März 2008 an besonders sensiblen Punkten genommen (Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Sportplätzen), aber auch auf Äckern und Grünflächen. Um die Einwirkungen an Oberflächen zu beurteilen, aber auch gegebenenfalls Auswaschungen zu berücksichtigen, wurden oberflächennah Beprobungen an Pflanzen und parallel im Boden (Untersuchungstiefe 1-10 cm) durchgeführt.

Die Orte der Probennahmen wurden anhand der Windverhältnisse und Ausbreitung während und im Anschluss des Brandes ausgewählt, anhand von Beobachtungen während des Brandes und der begleitenden Luftmessungen der Feuerwehr. Die vorgelegten Analysenergebnisse liegen in allen Fällen unterhalb der Nachweisgrenze, das heißt die Substanz Acrylnitril kann weder in den Pflanzen noch im Boden nachgewiesen werden.


Veröffentlichung der Messergebnisse durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW